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Warum steht ein grüner Traktor im Feuerwehrmuseum?

Feuerwehr Museum zur Übersicht

Ein besonderes Objekt erzählt seit Kurzem als Leihgabe im OÖ. Feuerwehrmuseum ein spannendes Kapitel Feuerwehrgeschichte: Ein Steyr T80, besser bekannt als „15er Steyr“. Gerade im ländlichen Raum waren Traktoren für viele Feuerwehren lange Zeit die ersten motorisierten Einsatzfahrzeuge.

Auf den ersten Blick wirkt er zwischen den roten Feuerwehrfahrzeugen vielleicht etwas ungewöhnlich: ein grüner Steyr T80. Doch genau dort gibt er einen Einblick in die Entwicklung des Löschwesens. Das ausgestellte Fahrzeug steht stellvertretend für zahlreiche Traktoren, die vor allem bei kleineren Feuerwehren im ländlichen Raum zum Einsatz kamen. Eigene Löschfahrzeuge waren teuer und vielerorts schlicht nicht vorhanden. Traktoren hingegen gehörten in den landwirtschaftlich geprägten Gemeinden zum Alltag.

Vom Bauernhof zum Feuerwehreinsatz

Im Feuerwehrdienst übernahmen die Traktoren wichtige Aufgaben. Sie zogen den Tragkraftspritzenanhänger mit Pumpe, Schläuchen und weiterer Ausrüstung zum Einsatzort und dienten teilweise auch zum Transport der Mannschaft. Falls die Tragkraftspritze über keinen eigenen Motor verfügte, konnte die Feuerwehrpumpe sogar über die Zapfwelle des Traktors angetrieben werden. Aus dem alltäglichen Landwirtschaftsfahrzeug wurde damit im Ernstfall ein wichtiger Helfer bei der Brandbekämpfung.

Der Steyr T80 steht damit auch für eine entscheidende Phase in der technischen Entwicklung der Feuerwehren: den Übergang von handgezogenen Geräten und Pferdegespannen hin zur motorisierten Feuerwehr.

Ein „15er Steyr“ aus dem Jahr 1957

Das im Oberösterreichischen Feuerwehrmuseum ausgestellte Fahrzeug wurde 1957 von der Steyr-Daimler-Puch AG gebaut und stammt aus Grünbach bei Freistadt. Sein Einzylinder-Dieselmotor leistet rund 15 PS, die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 20 km/h. Der Traktor befindet sich als temporäre Leihgabe im Museum.

Eine Besonderheit: Der „15er Steyr“ ist keineswegs nur ein Museumsstück. Er ist nach wie vor straßenzugelassen, voll fahrbereit und wird auch heute noch eingesetzt. Dank seines geringen Wendekreises unterstützt er das Museumsteam beim Umstellen und Rangieren historischer Feuerwehrfahrzeuge in den Ausstellungshallen.

Landwirtschaft und Feuerwehr – bis heute eng verbunden

Die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr ist auch heute noch aktuell. Besonders bei Vegetations-, Wald- und Flurbränden müssen mitunter große Mengen Löschwasser über längere Strecken transportiert werden. Landwirte unterstützen Feuerwehren dabei vielerorts mit Traktoren und Gülle- oder Wasserfässern, die als mobile Wassertransporter eingesetzt werden.

Der grüne Traktor zwischen all den roten Feuerwehrfahrzeugen ist damit keineswegs fehl am Platz: Er erinnert an eine Zeit, in der einfache und robuste Technik für viele Feuerwehren unverzichtbar war – und zeigt zugleich, dass die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr bis heute Bestand hat.